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Ola Kolehmainen

Rheinisches Bildarchiv

Den finnischen Künstler Ola Kolehmainen (*1964) interessiert die Fotografie in ihrer Dualität als haptisches Objekt und Informationsträger für abgebildete Architektur. Er setzt sich im Rheinischen Bildarchiv mit ausgesuchten historischen Glasnegativen auseinander.

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    © Maija Toivanen

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    © Ola Kolehmainen, Groß St. Martin 1150 I (RB-Archiv Köln c.1920), 2017

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    © Ola Kolehmainen, Kölner Dom 1248-1880 II (RB-Archiv Köln c.1920), 2017

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    © Ola Kolehmainen, St. Kunibert 1247 I (RB-Archiv Köln c.1920), 2017

Der Künstler

Ola Kolehmainen (*1964, Helsinki, Finnland) lebt und arbeitet seit 2005 in Berlin. Er studierte Journalismus an der Universität von Helsinki und anschließend Fotografie an der TaiK, der Hochschule für Kunst und Design in Helsinki. Zu Beginn der 2000er Jahre gehörte er zu der erfolgreichen ersten Künstlergeneration der sogenannten „Helsinki School“.

Ola Kolehmainen ist bekannt für seine minimalitisch-abstrakten Nahaufnahmen von Architekturdetails, wie geometrischen Oberflächenstrukturen oder spiegelnden Fensterfassaden. In seinen frühen Werkgruppen beschäftigt er sich mit den modernen Gebäuden des 20. und 21. Jahrhunderts von namenhaften Architekten wie Mies van der Rohe und Alvar Aalto. Im Zentrum seines von Präzision und Konzeption geprägten Werks steht die Auseinandersetzung mit dem Zusammenspiel von Struktur, Farbigkeit, Baugeschichte und den ortsspezifischen Lichtverhältnissen der Architektur. Seine reduzierten Aufnahmen lassen Fragen nach der Wirklichkeit des Gezeigten, dem räumlichen Erfahren von Architekturfotografie und nach einem universellen, der Zeit enthobenen ornamentalen Grundcharakter von Gebäuden aufkommen.

In seinen aktuellen, kubistisch anmutenden Fotografien beschäftigt sich der Künstler mit heiligen Innen- und Außenräumen, mit Synagogen, Moscheen, Kirchen und Kathedralen. Durch das fragmentarische Zusammensetzen mehrerer Einzelaufnahmen, welche aus verschiedenen, leicht versetzten Standorten aufgenommen wurden, verschiebt Kolehmainen Perspektiven und bricht dabei die Symmetrien gewohnter Bildachsen.

Die Sammlung

Das Rheinische Bildarchiv der Stadt Köln umfasst derzeit etwa 5,4 Millionen Fotografien. Seine Fotobestände dienen Forschung und Wissenschaft, stehen aber genauso für kommerzielle Bildverwertung und private Nutzung zur Verfügung. Seit seiner Gründung im Jahr 1926 ist es auf das Anfertigen anspruchsvoller Sachaufnahmen in den und für die Kölner Museen spezialisiert. In seinem Bestand befinden sich darüber hinaus mit den analogen Bildarchiven des Stadtkonservators und der Koelnmesse Architekturaufnahmen sowie Dokumentationsaufnahmen der Kölner Messen und speziell des Kunsthandels. Ergänzt werden diese Schwerpunkte durch eine eigene Sammlung überwiegend analoger Fotografenbestände, darunter beispielsweise Chargesheimer (1924-1971), Heinrich Ewertz (1852-1916), Peter H. Fürst (*1939), Jossi Kaufmann (*1936-2017), Heinrich Pieroth (1893-1964), Karl Hugo Schmölz (1917-1986), Kurt Wagner (1936-2009) oder Fritz Zapp (1882-1960).

Das Rheinische Bildarchiv hütet viele Fotografien. Sie werden überwiegend als Dokumentarfotografien um der abgebildeten Motive willen wahrgenommen, sind aber gleichzeitig als haptisch fassbare Objekte – zum Beispiel retuschierte Glasnegativplatten – bedeutsame Zeugnisse der Fotografiegeschichte. Ola Kolehmainens Ansatz würdigt beide Aspekte auf eine höchst spannende Art und Weise. Er bricht in seinen Werken mit Sehgewohnheiten und motiviert dadurch zu einem bewussten Sehen. Kolehmainen holt das Negativ quasi aus seinem Schattendasein als Mittel zum Zweck ins Rampenlicht eines künstlerischen Hinterfragens seiner eigenen ästhetischen Qualitäten.

Dr. Johanna Gummlich, Leiterin des Rheinischen Bildarchivs

Mehr zum Rheinischen Bildarchiv: www.stadt-koeln.de

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